Samstag, 30. August 2014

31. Dezember 2013 - Widerlich

Brief an einen Pfarrer

Homosexualität ist keine Auszeichnung für das Leben. Wahrlich nicht. Weit über 90 Prozent der Menschen – vor allem der Dritten Welt – lehnen dieses Verhalten sogar ab. Schwule akzeptieren - das ist eine Frage von Kultur und des Bewußtseins. Nur ängstliche Menschen lehnen Schwule ab  - weil sie Angst vor sich selbst haben.

Allerdings ... Ich weiß, dass viele Sozis und Grüne und viele Christdemokraten sowie Liberale in der Politik, die Schwulen in deutsche Landen als Wähler entdeckt haben –  und diese Politiker wollen "ihre" Schwulen zu anständigen Spießer (wie sie selber sind) umwandeln, umpolen.
 
Das ist immer so bei den Deutschen - wie Churchill so treffend sagte: “Man hat die Deutschen an der Gurgel oder zu Füßen.“ - Also, ihr grünlichen, christlichen und Sozi-Spießer - ran an die Juden oder Schwulen - mit dem Messer in der Hand oder leckend.

In Stuttgart und Berlin gibt es heute schon Rechtsanwälte, die sich auf Scheidungen von Schwulen spezialisiert haben (viele Schwule lassen sich sehr gern und schnell scheiden). Diese Rechts-Lücke muss man erst entdecken. Klar: Viele Schwule sind sehr promiskuitiv, da bringen die schnellen Scheidungen sehr viel Geld –  auf die Kanzlei-Konten. So wie bei Asylbewerbern und Flüchtlingen aus der Dritten Welt.

Gerade bei den Sozis und den Kommunisten war immer schon die Hetze gegen Schwule groß (zu bürgerlich, zu wenig politisch, zu Klassen-bewußt) - siehe: Im deutschen Kaiserreich bei der Eulenberg-Affäre oder in der Weimarer Republik bei Ernst Röhm / und dann 1934. Denn - Schwule sind meistens nicht sehr parteipolitisch interessiert.

Heute lautet die schwachsinnige Parole: Schwule und Frauen sind bessere Menschen. - Das sind grünliche Nazi-Parolen - nur jetzt mit dem Minus-Zeichen statt Plus-Zeichen davor.  Schwule sind keine besseren Menschen. Genauso wenig wie Frauen. Sie sind genauso böse und gut, haben einen guten Charakter oder sind charakterlos, kriminell oder anständig - wie andere Menschen auch.

Ich finde die Diskussionen um Schwule momentan widerlich ... weil sie verlogen und spießig ist. Als wenn Lieschen Müller über ihren schwulen Friseur schwärmt: "Der is doch so nett und lieb und hat Niveau, Geschmack und riecht so gut ...aber er ist leider schwul."

In vielen Firmen in Deutschland sind Schwule oftmals die besseren Arbeiter, weil sie als Klotz keine Familie hinter sich haben, deshalb sie sind schlicht besser auszubeuten.

Man muss sich immer fragen: Wem nutzt es – diese neue watteweiche Liebe der Politiker zu den Schwulen, zu den neuen und wohlhabenden Rosa-Spießern in Deutschland.

Allerdings - die neue “Zuneigung” zu Schwulen ist bei den Türken und arabischen Menschen in Deutschland noch nicht angekommen. Siehe gerade in Berlin. 

Ich weiß, wenn schwule Männer, den ihr Schwul-Sein anzusehen ist, in türkische Berliner Stadtviertel (Kiez), am besten küssend mit einem Mann, Hand und Hand - dann ist die Schlägerei nicht mehr weit - auch der schlechte Überfall.

Schwule Menschen, die sich nie versteckt hatten, die nie darunter gelitten haben, schwul zu sein, nie gelogen haben - weder am  Arbeitsplatz noch im privaten Leben - die wissen, Schwule sind noch lange nicht in Deutschland gleichberechtigt. Nur in den Köpfen romantisierender Ökos und Sozis. 

Bei den Rechten und Linken gab es immer schwule Strömungen.

Mein Vater war zwölf als Hitler an die Macht kam. Sein Lehrer war Sozi. Schimpfte wie ein Rohrspatz. Nach dem Röhm-Putsch 1934 kam gerade dieser Lehrer in SA-Uniform in die Schule. Nach dem Motto: Der Führer hat uns vor der schwulen Sau Röhm erlöst – unter dem Beifall von ehemaligen Sozi-Wählern, Rotfront-Wählern, Wehrmacht, Bürgertum, dem vorwärtsdrängenden Kleinbürgertum, von der Mehrheit der Intellektuellen, die in die Reihen der SS strömten…

Ich habe neulich mit Freunden darüber gesprochen, der eine ist Professor, der andere Arzt. Es ist grauenvoll, wie verlogen, spießerhaft es ist, was sie erleben … an ihren Arbeitsplätzen. Niemand kann versprechen (weder ein Geistiger, noch ein Politiker oder Arzt etc.), dass das Leben als Schwuler leicht wird, lustig wird, einfach, etc.

Das wäre ja auch sehr naiv, so etwas anzunehmen. Gottseidank - Schwul ist nicht die Norm. Unverheiratete Pfarrer / Priester ebenfalls nicht. Verheiratete Pfarrer / Priester sind die Norm - in der orthodoxen Kirche und auch in den protestantischen (Sekten-)"Kirchen" - bisher noch.

Wer sich als junger Mensch für das katholische Priesteramt und damit bewusst für den Zölibat entscheidet, der hat ein Versprechen abgegeben – vor sich und seinem Gott und seiner Kirche.  

Er ist damit ein christlicher Soldat, ein Soldat für den Kampf um der Suche nach der Wahrheit.

Dieses Leben wird für den Priester bestimmt kein Himmel auf Erden werden. Das hat ihm allerdings auch niemand versprochen. Ein Priester wird viele Schlachten um die christliche Wahrheit verlieren -  letztlich aber den Himmel gewinnen. Um Gott und um die Menschen.

Das gleiche gilt für die Ehe, ob nun für Mann/Frau - das Leben von Mann/Mann oder Frau/Frau.

Alles andere sind eine ekelhafte Lügen des bundesdeutschen Spießers. Da wäre es für den naiven Menschen dann doch besser, sie/er liest Lore-Romane und hört süßliche Schlager. 

Manchmal habe ich den Eindruck, so mancher Kirchen-Beamte benötigt grimmige Feinde - so wie Kommunisten ihre Nazis und umgekehrt; so wie die Engel ihren Teufel und umgekehrt, etc.

Das ist zu einfach? Für Kirchen nicht.

Schwul ist die Abweichung von der Norm, das weiß ich - und das weißt Du in Deiner ständigen Praxis als Pfarrer – diese Abweichung, das schwule Verhalten ist aber noch lange krank, kriminell und ähnliches.

Trotzdem gilt auch für Dich als protestantischer Theologe: „Du sollst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; ein Greuel ist das." (Wajikra/Lev 18, 22).

Und, zwei Kapitel weiter, noch schärfer: „Wenn ein Mann mit einem Mann schläft wie mit einer Frau- ein Greuel haben beide verübt, sterben, ja sterben sollen sie, ihr Blut über sie!" (ebd 20, 13).

Damit musst Du leben, lieber Herr Pfarrer.

Wie gesagt: Die Freiheit des Christenmenschen - auch des römisch-katholischen - besteht darin, sich den "religiösen Verein" auszusuchen, in dem er sich wohlfühlt: im römisch-katholischen, im alt-katholischen, im orthodoxen, im lutherischen, im reformierten, im anglikanischen, im calvinistischen, etc. (oder gar muslimisch, jüdisch ...).

Bei den Christen in Deutschland ist niemand gezwungen, von Geburt bis zum Tode römisch-katholisch (oder evangelisch, protestantisch, alt-katholisch, etc.) zu sein. So wie der deutsche Mensch seine politische Partei aussuchen kann, in der er sich wohlfühlt ... Jammern und Klagen, das ist kein sehr gutes Zeichen für einen entschiedenen Christen. 

Jammern ist nur ein Zeichen für deutsche Journalisten, die sich täglich in ihren Provinz-Gazetten, aber auch nationale Zeitungen als hysterische Gouvernanten aufspielen ... grausig. Siehe "Heilbronner Schlimme".

Nebenbei - ein Spaß: Ich erwarte ohnehin demnächst, bei der normalen, traditionellen  protestantischen Sekten-Bildung: die schwule evangelische Kirche (SEK), die lesbische protestantische Gemeinschaft (LPG), etc. ... da kann dann jeder selig werden – nach seiner Façon.

Ich bin römisch-katholisch, und das ist gut, sehr gut sogar.

Ich liebe meine Kirche, in ihren Höhen und Tiefen, in ihren dunklen und hellen Zeiten, in bin froh über unsere Päpste ... aus meinem tiefsten Grunde. Aber ich habe bei der Taufe oder Firmung nicht versprochen, mehr kritisch zu sein - mein Kopf gehört mir, nicht der Kirche.

Und über der Katholischen Kirche steht mein menschliches Gewissen. 

Als ich mit meiner Hirnblutung 2006 in der Intensivstation im Ludwigsburger Krankenhaus lag, nicht mehr sprechen konnte, mein Bluthochdruck die Ärzte nicht mehr im Griff hatten und verzweifelt waren, und mein Freund AK bei seinem Besuch große Angst hatte – und nahe mit seinem Ohr zu meinem Mund kam – und komischerweise verstand, was ich wollte – nämlich “einen Priester” ...

Und nachdem der Priester mit mir gebetet hatte und mir die Ölung gegeben hatte – war seltsamerweise danach zum Erstaunen der Ärzte mein Blutdruck  wieder normal war ... da wusste ich vor dieser großen Kopf-Operation, wie wichtig es für mich war, mit dem Priester gesprochen und gebetet zu haben.

Wie gesagt: 
Schwul ist wahrlich kein abendfüllendes Thema - Schwulsein ist ein Teil unserer menschlichen Natur. Wie wir darüber sprechen und diskutieren, das ist ein Zeichen für unsere Kultur. Wenn das Schwul-sein-ist-gut, Frau-sein-ist-gut ... wenn solche Leitsätze politisch werden und zur Ideologie verkommen, auch in der Kirche, dann muss gegen diese neue Barbarei etwas getan werden.

30. Dezember 2013 - Hedonismus


Frei denken, schreiben, fühlen

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ (Martin Luther). Das hat schön Paulus gelehrt, dass der Christenmensch gerade im Hier und Jetzt frei sein müsse. 


Luther begründet dieses damit, dass der Mensch nicht durch Taten, sondern allein durch den Glauben gerechtfertigt sei.  Allerdings hatte auch Paulus christlichen Sklaven dazu geraten, sich nicht gegen (christliche) Herren zur Wehr zu setzen (I Kor. 7, 21-24), da wahre Freiheit nur im Glauben an Jesus Christus zu finden sei. (vgl. Joh 8, 32, 8,34 und 8,36).


Das ist alles sehr widersprüchlich … Luther wollte keine neue Kirche. Aber er hat seine Sekten aus der katholischen Kirche herausgeschnitten – und die jeweiligen Fürsten als Bischof eingesetzt. Von Gottes Gnade. Wieviel eheliche/unehliche Kinder und Frauen/Nebenfrauen der evangelische Fürst jemals hatte, war dem „evangelischen Papst“ Luther wurschd.


Luther war ein widerlicher Reaktionär. Er hat den unendlichen Kampf zwischen Adel  (weltliche Macht) und Kirche (geistliche Macht) überhaupt nicht verstanden – das ist heute noch die Sünde für seine evangelischen Sekten.

Die katholische Kirche hat sich vor und nach der Reformation entwickelt.

Theologisch und philosophisch war der Kirche viel weiter als die vielen evangelischen Sekten. Die Französische Revolution – ein Kind der Katholischen Kirche. Die Emanzipation der Juden in Deutschland – in Trier etc. – siehe Marx, ein Kind der katholische Kirche. Absoluter König in Preußen, ein Kind der französischen Aufklärung …  Hier weltliche Macht – dort geistliche Macht. Der protestantischen Sekten vermischten die Grenzen – bewußt.


Das Ergebnis: die protestantischen Fundi-Sekten und Bilder-Stürmer wanderten aus – aus England, Preußen, ja ganz Deutschland, Schweden, Schweiz, Frankreich, Holland, Rheinland, Westfalen  … und die Fundis glaubten, „ihren Gottesstaat“ in Amerika besser bauen zu können … tja, es hat ja nicht ganz geklappt. 


Die Folge: der Hedonismus – erst wurde der Kapitalismus im 19. Jahrhundert abgefackelt (bis heute), dann der Kommunismus im 20. Jahrhundert, heute – die Länder des Ostens, Russlands, Chinas, muslimischen Ländern, Indien … USA schwankt zwischen Hedonismus und christlichen Fundi-Bewegungen und anderen Religionen.


Die Bürgerkriege in muslimischen Ländern schwankten und schwanken zwischen Hedonismus und Gottesstaat (Ägypten, Saudi Arabien, Irak, Iran, Türkei, Pakistan, Libyen, etc.).


Wie sagte mir 1996 ein sehr kluger Mann: Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der Religionen sein. Das habe ich mir gemerkt. Er hat so Recht.

Ich will nur frei denken, nachdenken, sprechen können ... ich will nicht schreiben und denken, was ein Verleger oder Intendant vorgibt. Ganz einfach.

Freitag, 29. August 2014

29. Dezember 2013 - Gesäusel


Toleranz-Gesäusel

„Krieg und Frieden“ - im Sinne der Jesuiten - als Soldaten Jesu ... Diese Toleranz gern ... Toleranz, Duldsamkeit, Gelten-lassen und Gewähren-lassen fremder Überzeugungen ... das ist immer eine Diskussion, ein Kampf der Gedanken.  Deshalb als Leitspruch: Erkennen. TOLERANZ. Das ist ein Wort, bei dem die Deutschen gern flennen (nach ihrer schrecklichen Verbrechen) - “Nathan der Weise” als Taschentuch für Intellektuelle.   Eines   der dümmsten Dramen, das ich  kenne. Wer sein Theater voll haben will, muss Nathan spielen. Das hat nichts mit dem Judentum, dem Christum oder den Islam zu tun – hat nichts mit der Geschichte dieser Religionen zu tun. Als das Theater Heilbronn mit Nathan in  Israel spielte, was das Theater fast leer. Anders gesagt: Die Juden haben nichts mit dem „Nathan“ am Hut – und die Muslime auch nicht. Das hat nur etwas mit deutschem Denken zu tun. Viel lieber ist mir Shakespeares  „Kaufmann von Venedig.. Diese Aufklärung? – Nee. Der “Sturm und Drang” ist mir viel lieber. “Nathan” hat nichts mit Aufklärung zu tun,  sondern mit dem heftigen Streit zwischen dem protestantischen, lutherischen  Pfaffen aus Hamburg namens Johann Melchior Goeze und dem schlechten Theaterdichter Lessing. Hysterisches Geschrei – und Flennen:  Streit zwischen hysterischen Weibern auf dem Flur  ...  im Gegensatz dazu:  der Jesuiten-Staat in Südamerika. Das ist Aufklärung, die den Mächtigen weh tat ... deshalb  zerstörten die Kirche in Rom und die Mächtigen (Adel) in Südamerika diesen wunderbaren Utopia-Staat mit Jesuiten/Indianern. Dagegen ist “Nathan” nur Toleranz-Gesäusel  ... Wir leben nicht im Himmel und auch nicht in der Hölle - auf unserer Erde, sondern wir kämpfen – wie Guerilla-Kämpfer ... und um was? Das ist meine bohrende  Frage, mit der ich nach eine Antwort schon lebenslang suche... siehe Ernst Jünger, siehe Robert Spaemann ...

Donnerstag, 28. August 2014

28. Dezember 2013 - Saubermann

Ein Provinz-Weihnachtsmärchen
 
Die Provinz-Journalisten der „Runxendorfer Zeitung“ haben nicht über den Titten-Skandal im Kölner Dom berichtet. Was ist geschehen? Bei dem Gottesdienst am ersten Feiertag hatte eine „Femen-Aktivistin“ / "emanzipierte Frau" (besser: eine 20jährige Frau namens Josephine Witt) ihre Titten tanzend auf dem Altar gezeigt (wohlgemerkt: schöne Titten) - mit der Aufschrift auf ihrem nackten Oberkörper "I am God". Hätte die Dame in einer Kölner Moschee ihre Titten blank gezogen, dann wäre auch in Provinz-Gazetten wie der „Runxendorfer Zeitung“ das sicher als verletzend und als rücksichtslos gebrandmarkt worden – oder als eine Störung eines Gottesdienstes / der Störung der Religionsausübung. Vielleicht sogar als ein Verbrechen? So aber denken die Runxendorfer Provinzjournalisten nicht. Sie sind halt atheistische Provinz-Schreiberlinge, die in ihrer (deutschen Saubermann-) Gouvernanten-Ideologie es lieber schlicht haben. Genau gesagt: Verschweigen. Den Bürger nicht informieren. Das ist in Deutschland Tradition – im Biedermeier-Land von Angela Merkel. Diese schöne Tradition haben sie von ihren Eltern und Großeltern gelernt – und die haben es brav in den zwei deutschen (Atheisten-) Diktaturen gelernt. Gelernt ist halt gelernt.

25. Dezember 2013 - Grimmen

Katholisch und frei

Ich bin in Grimmen-Bartmannshagen geboren ... im Dezember 1948 in der protestantischen (lutherischen) Marienkirche in Grimmen getauft – vorpommerische “Kirche”. Von Kirche wurde in meiner Familie nie gesprochen. Es wurde auch nicht gebetet.


In der Strohstraße 7 (Grimmen) wohnte neben uns auch eine Familie mit einer Tochter, die so alt war wie ich. Die war katholisch. Und die kamen aus dem Sudentengau – Flüchtlinge.


Und es wohnte auch Frau Berta Franz, eine Witwe, deren Ehemann im Ersten Weltkrieg gefallen war. Sie hatte nie mehr geheiratet. In dieser Zeit von 1950 bis 1955 war diese Frau an die 65 / 70 Jahre alt  gewesen sein.

Da mein Vater SED-Kommunist war und nie in die Kirche ging – und auch meine Mutter nie in die Kirche besuchte ... erbarmte sich diese Witwe und nahm mich in die prtestantische Marienkirche sonntäglich mit ... und ich ging sehr gern mit in den Gottesdienst ... warum? Ich weiß es nicht. Es hat mir gefallen – die Sphäre, das Licht, die Lust, die Töne.


Ich fragte diese Frau Franz (ich sagte “Frau Franz” - nicht gar Tante Franz - oder ähnlichen Firlefanz... da war sie streng protestantisch, sie war mit dem Wort sehr streng)....


Also, ich fragte Frau Franz, was ist das mit dem “katholisch” sein...

Und sie antwortete: Das ist wie italienisch oder auch französisch, südlich halt, unsere Feinde, Menschen, gegen die wir Deutschen gekämpft haben (ihr Mann auch) ... die Italiener und Franzosen sind katholisch... das ist wie jüdisch...

Aber Juden gibt es bei uns in Grimmen nicht mehr... es waren nur wenige … die sind weggezogen …und katholisch, das waren immer nur Verräter, eigentlich keine richtigen Deutschen und keine Christen, das waren Lügner, Heuchler  – die Katholiken dienten der Hure ROM, dem Satan Papst ... wie Martin Luther, der kluge und edle und fromme Reformator, sagte.

Meine Eltern lachten einfach darüber, wenn ich darüber erzählte. Aber sie nahmen keine Stellung. Sie sagten nur, ist es anders – Religion sei eine Sache für Kinder und alte Leute.


Mein Vater hatte den Kommunisten in Grimmen nach dem Arbeiteraufstand 17. Juni 1953 sein SED-Parteibuch zurückgegeben – war ausgetreten ... und wollte auch nicht mein in die Partei eintreten. Und da wir keine Verwandten in der DDR hatten - (die Eltern meines Vaters waren in Grimmen nach Flucht (Schneidemühl / Kreuz) gestorben, seine beiden Schwestern wohnten mit den Familien in Kiel und Hamburg /  und auch die Verwandten meiner Mutter wohnten im Westen: ihre Eltern in Westberlin, ihre Schwester mit Familie  in Hamburg, die Familie ihres Bruders in Dortmund)  ... da entschieden sich meine Eltern am 18. November 1958 nach Westberlin zu fahren (zuvor hatten sie vier Koffer schon hingebracht) – bzw. MICH aus der DDR zu entführen bzw. verschleppen – ins kapitalistische Ausland.


So stand ich als ehemaliger “Junger Pionier” in Heilbronn ... 10 jährig, evangelisch mit nichtgläubigen Ex-Kommunisten-Eltern. Ich war strutsauer auf meine Eltern – ging allein in die Kirche (ohne Frau Franz) und beschimpfte meinen Vater als "Ex-Stalinisten”.

Die neue Nachbarin in Heilbronn, eine Schwäbin, namens Frau Merkle, fragte meine Mutter: “Was send Se – kadholisch oder evangelisch?” – Kleinmütig antwortete meine Mutter: “Evangelisch”.

Antwort: “Des isch guet – kadholisch isch schlemmer als jidisch – die Katdholische sind hinterlischdig und lügen ... schlimmer als die Juden.”

In Heilbronn waren in der Schule keine Katholiken. Ganz evangelisch.

Als ich  in Künzelsau ins Internat mit 14 Jahren kam, waren vier Mitschüler evangelisch und 18 katholisch.


Und da ich nicht wusste (nach der fürchterlichen protestantischen Propaganda in meiner Kindheit), welche nun der gute Kirche und welche die schlechte Kirche ist, sagte ich mir, ich werde es herausfinden:

Jeden Sonntag in die evangelische Kirche und am nächsten Sonntag in die katholische.


Ich arbeitete an den ev. Kirche mit, war bis 18 im CVJM, war auch auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart (Präsident: Richard von Weizsäcker)

Resultat: Mit 19 verließ ich die evangelische Kirche – und war sehr, sehr froh darüber.


Politisch wurde ich auch:
Mitglied in der Partei des KZ-Häftlings Kurt Schumacher, der kein Stalinist war wie mein Vater ... aber als dann die linken Jusos/Stamokap die Mehrheit hatten unter dem linken/evangelischen (Ex-NSDAP-Mitglied) Erhard Eppler hatten, da warf ich den Genossen mein  SPD-Parteibuch hin ...

Tja – so wirkt Propaganda ... und ich bin sehr froh katholisch zu sein.

Ich hätte doch Jesuit werden – mit 20 ... wenn ich nicht so sündig gewesen wäre...

Übrigens: Die langsame Annäherung an die katholischen  Kirche war ein schleichender Prozeß, der am fünften Lebensjahr begann ... und endete mit der Fírmung als erwachsener Mann im Augustinus Kirche in Heilbronn. Das war ein wirkliches Fest - bei dem die Gemeinde zum Schluss Beifall spendete.

Kurz gesagt: Ich wußte an diesem Augenblick, dass ich glücklich sein kann - und angekommen bin - in meiner Kirche, in meinem Christensein.

23. Dezember 2013 - Arm Kind

Liebe und Verliebtsein


Die Erfahrung habe ich auch gemacht.

„Die (schöne) Welt als (mein) Wille und (meine) Vorstellung“ fand nur in meinem Kopf, in meiner Gedanken vor. Siehe: mein Gedanke könnte ein kluger Jesuit und katholischer Priester werden – ohne fleischiger „Sünde“.

Leicht beieinander haben sich meine „Gedanken“ gewohnt, doch hart im Raume haben sich meine „Sachen“ gestoßen. Das war eine sehr deutliche und harte Erkenntnis.


Wie diese auch – in meinem Literaturunterricht: Die Wahrheit ist ein Gabe für die Götter (Lessing). Der Mensch wird in der reinen Wahrheit der Götter verbrennen.


Der Mensch hat nun die Möglichkeit, sich der „göttlichen Wahrheit“ langsam und vorsichtig anzunähern, mit der Suche nach Wahrheit annähern  – er wird aber nie die Wahrheit erreichen.


So ist es mit der „Liebe“ - ob geistig und körperlich. Was sich im ersten Moment als flammende Liebe erscheint, das ist oft ein Strohfeuer. Ja – es kann sich als das Gegenteil herausstellen. Es kommt sehr schnell der Augenblick in dieser „Liebe“, an dem die Haare, die Haut, die Augen, die Beine , die Hüften – alles, was zuvor leuchten, liebenswert und so schön erschienen hat, hat sich verwandelt in eine hässliche, widerliche und üble Krüppel-Gestalt. 


Wie es  so schön heißt bei Büchner-Geschichte – der Mensch ist halt ein „arm Kind“:

Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter, war alles tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat gesucht Tag und Nacht. Un weil auf der Erde niemand mehr war, wollt`s in Himmel gehen, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war`s ein Stück faul Holz. Und da es zur Sonn gangen, und wie es zur Sonn kam wars ein verwelkt Sonneblum. Und wies zu den Sternen kan warens kleine goldne Mücken, die waren angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schlehen steckt. Und wies wieder auf die Erde wollte, war die Erde ein umgstürtzer Hafen. Und war ganz allein, und da hat sichs hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein.“

Deutscher Nihilismus. Pur. Jede Liebe stirbt - wie jeder Mensch auch. Und jeder stirbt für sich allein ... Erde kommt zu Erde - Scheiße zu Scheiße... denn zum Schluß ist die Erde nur ..."war die Erde ein umgstürtzer Hafen*".

*Hafen = Nachttopf

11. Dezember 2013 - Bitter

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!“ - Oder: Deutschland ist schon mal wieder der Primus auf der Welt. Andere Länder, wie Russland oder Kroatien, werden von Deutschland für ihre Haltung gegenüber der Homo-Ehe heftig und moralinsauer gerügt. 

Wenn - wie in Russland - Menschen gedroht werden, die Propaganda für ihre Homosexualität machen, dann ist das bitter. Aber - siehe jetzt auch Indien, oder die Länder in arabischen Regionen - oder gar in afrikanischen Ländern. 

Da fragen sich politisch-denkende Zeitgenossen, warum gerade Deutschland jetzt Zeter oder Mordio schreit. Deutschland ist bekanntlich jenes Land, in dem bis 1945 Jahren Homosexuelle in KZs gesteckt und auch ermordet wurden – und Deutschland ist auch das Land, in dem bis 1969 Homosexuelle in Gefängnisse gesteckt wurden. 

Das deutsche Zeter oder Mordio ist reichlich peinlich (das gouvernantenhafte Fuchteln des deutschen Zeigefingers vor den Gesichtern der anderen europäischen Völkern, wenn sie sich in ihren Parlamenten oder ihren Volksentscheide nicht so verhalten, wie die neu-deutsche Moral es von ihnen will) ...

... oder mit Kurt Tucholsky zu sagen: „Deutschland, Deutschland - über alles kann man dir hinwegsehen – aber dass Du wirklich nur der Primus in der Welt bist: das ist bitter.
 

06. Dezember 2014 - Russe

Nein, das ist kein Rassismus, sondern kruder, schräger, vielleicht auch recht dummer Humor. 
Ich hatte schon aus liberalen Mündern das Wort "der Chinese" gehört ... oder bei Guido Westerwelle das Wort "Schwesterwelle". 
Und auch aus Unterländer Gewerkschaft- und Sozi-Mündern über den Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic schon die Wörter "Russe" oder der "Balkan-Mafiosi" ... 
Das alles ist für mich nur schlechte "Polit-Komödie" - siehe Shakespeare, da gibt es härtere und derbere Sprüche... nur für blasse Puristen ist alles gleich rassistisch...
ZITIAT: "Patrick Döring beklagt Rassismus in der FDP Vor dem Bundesparteitag der FDP am Wochenende in Berlin beklagt Patrick Döring rassistische Vorurteile in seiner Partei. Oft werde Philipp Rösler an Stammtischen als "der Vietnamese" bezeichnet. ..."