Samstag, 30. August 2014

31. Dezember 2013 - Widerlich

Brief an einen Pfarrer

Homosexualität ist keine Auszeichnung für das Leben. Wahrlich nicht. Weit über 90 Prozent der Menschen – vor allem der Dritten Welt – lehnen dieses Verhalten sogar ab. Schwule akzeptieren - das ist eine Frage von Kultur und des Bewußtseins. Nur ängstliche Menschen lehnen Schwule ab  - weil sie Angst vor sich selbst haben.

Allerdings ... Ich weiß, dass viele Sozis und Grüne und viele Christdemokraten sowie Liberale in der Politik, die Schwulen in deutsche Landen als Wähler entdeckt haben –  und diese Politiker wollen "ihre" Schwulen zu anständigen Spießer (wie sie selber sind) umwandeln, umpolen.
 
Das ist immer so bei den Deutschen - wie Churchill so treffend sagte: “Man hat die Deutschen an der Gurgel oder zu Füßen.“ - Also, ihr grünlichen, christlichen und Sozi-Spießer - ran an die Juden oder Schwulen - mit dem Messer in der Hand oder leckend.

In Stuttgart und Berlin gibt es heute schon Rechtsanwälte, die sich auf Scheidungen von Schwulen spezialisiert haben (viele Schwule lassen sich sehr gern und schnell scheiden). Diese Rechts-Lücke muss man erst entdecken. Klar: Viele Schwule sind sehr promiskuitiv, da bringen die schnellen Scheidungen sehr viel Geld –  auf die Kanzlei-Konten. So wie bei Asylbewerbern und Flüchtlingen aus der Dritten Welt.

Gerade bei den Sozis und den Kommunisten war immer schon die Hetze gegen Schwule groß (zu bürgerlich, zu wenig politisch, zu Klassen-bewußt) - siehe: Im deutschen Kaiserreich bei der Eulenberg-Affäre oder in der Weimarer Republik bei Ernst Röhm / und dann 1934. Denn - Schwule sind meistens nicht sehr parteipolitisch interessiert.

Heute lautet die schwachsinnige Parole: Schwule und Frauen sind bessere Menschen. - Das sind grünliche Nazi-Parolen - nur jetzt mit dem Minus-Zeichen statt Plus-Zeichen davor.  Schwule sind keine besseren Menschen. Genauso wenig wie Frauen. Sie sind genauso böse und gut, haben einen guten Charakter oder sind charakterlos, kriminell oder anständig - wie andere Menschen auch.

Ich finde die Diskussionen um Schwule momentan widerlich ... weil sie verlogen und spießig ist. Als wenn Lieschen Müller über ihren schwulen Friseur schwärmt: "Der is doch so nett und lieb und hat Niveau, Geschmack und riecht so gut ...aber er ist leider schwul."

In vielen Firmen in Deutschland sind Schwule oftmals die besseren Arbeiter, weil sie als Klotz keine Familie hinter sich haben, deshalb sie sind schlicht besser auszubeuten.

Man muss sich immer fragen: Wem nutzt es – diese neue watteweiche Liebe der Politiker zu den Schwulen, zu den neuen und wohlhabenden Rosa-Spießern in Deutschland.

Allerdings - die neue “Zuneigung” zu Schwulen ist bei den Türken und arabischen Menschen in Deutschland noch nicht angekommen. Siehe gerade in Berlin. 

Ich weiß, wenn schwule Männer, den ihr Schwul-Sein anzusehen ist, in türkische Berliner Stadtviertel (Kiez), am besten küssend mit einem Mann, Hand und Hand - dann ist die Schlägerei nicht mehr weit - auch der schlechte Überfall.

Schwule Menschen, die sich nie versteckt hatten, die nie darunter gelitten haben, schwul zu sein, nie gelogen haben - weder am  Arbeitsplatz noch im privaten Leben - die wissen, Schwule sind noch lange nicht in Deutschland gleichberechtigt. Nur in den Köpfen romantisierender Ökos und Sozis. 

Bei den Rechten und Linken gab es immer schwule Strömungen.

Mein Vater war zwölf als Hitler an die Macht kam. Sein Lehrer war Sozi. Schimpfte wie ein Rohrspatz. Nach dem Röhm-Putsch 1934 kam gerade dieser Lehrer in SA-Uniform in die Schule. Nach dem Motto: Der Führer hat uns vor der schwulen Sau Röhm erlöst – unter dem Beifall von ehemaligen Sozi-Wählern, Rotfront-Wählern, Wehrmacht, Bürgertum, dem vorwärtsdrängenden Kleinbürgertum, von der Mehrheit der Intellektuellen, die in die Reihen der SS strömten…

Ich habe neulich mit Freunden darüber gesprochen, der eine ist Professor, der andere Arzt. Es ist grauenvoll, wie verlogen, spießerhaft es ist, was sie erleben … an ihren Arbeitsplätzen. Niemand kann versprechen (weder ein Geistiger, noch ein Politiker oder Arzt etc.), dass das Leben als Schwuler leicht wird, lustig wird, einfach, etc.

Das wäre ja auch sehr naiv, so etwas anzunehmen. Gottseidank - Schwul ist nicht die Norm. Unverheiratete Pfarrer / Priester ebenfalls nicht. Verheiratete Pfarrer / Priester sind die Norm - in der orthodoxen Kirche und auch in den protestantischen (Sekten-)"Kirchen" - bisher noch.

Wer sich als junger Mensch für das katholische Priesteramt und damit bewusst für den Zölibat entscheidet, der hat ein Versprechen abgegeben – vor sich und seinem Gott und seiner Kirche.  

Er ist damit ein christlicher Soldat, ein Soldat für den Kampf um der Suche nach der Wahrheit.

Dieses Leben wird für den Priester bestimmt kein Himmel auf Erden werden. Das hat ihm allerdings auch niemand versprochen. Ein Priester wird viele Schlachten um die christliche Wahrheit verlieren -  letztlich aber den Himmel gewinnen. Um Gott und um die Menschen.

Das gleiche gilt für die Ehe, ob nun für Mann/Frau - das Leben von Mann/Mann oder Frau/Frau.

Alles andere sind eine ekelhafte Lügen des bundesdeutschen Spießers. Da wäre es für den naiven Menschen dann doch besser, sie/er liest Lore-Romane und hört süßliche Schlager. 

Manchmal habe ich den Eindruck, so mancher Kirchen-Beamte benötigt grimmige Feinde - so wie Kommunisten ihre Nazis und umgekehrt; so wie die Engel ihren Teufel und umgekehrt, etc.

Das ist zu einfach? Für Kirchen nicht.

Schwul ist die Abweichung von der Norm, das weiß ich - und das weißt Du in Deiner ständigen Praxis als Pfarrer – diese Abweichung, das schwule Verhalten ist aber noch lange krank, kriminell und ähnliches.

Trotzdem gilt auch für Dich als protestantischer Theologe: „Du sollst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; ein Greuel ist das." (Wajikra/Lev 18, 22).

Und, zwei Kapitel weiter, noch schärfer: „Wenn ein Mann mit einem Mann schläft wie mit einer Frau- ein Greuel haben beide verübt, sterben, ja sterben sollen sie, ihr Blut über sie!" (ebd 20, 13).

Damit musst Du leben, lieber Herr Pfarrer.

Wie gesagt: Die Freiheit des Christenmenschen - auch des römisch-katholischen - besteht darin, sich den "religiösen Verein" auszusuchen, in dem er sich wohlfühlt: im römisch-katholischen, im alt-katholischen, im orthodoxen, im lutherischen, im reformierten, im anglikanischen, im calvinistischen, etc. (oder gar muslimisch, jüdisch ...).

Bei den Christen in Deutschland ist niemand gezwungen, von Geburt bis zum Tode römisch-katholisch (oder evangelisch, protestantisch, alt-katholisch, etc.) zu sein. So wie der deutsche Mensch seine politische Partei aussuchen kann, in der er sich wohlfühlt ... Jammern und Klagen, das ist kein sehr gutes Zeichen für einen entschiedenen Christen. 

Jammern ist nur ein Zeichen für deutsche Journalisten, die sich täglich in ihren Provinz-Gazetten, aber auch nationale Zeitungen als hysterische Gouvernanten aufspielen ... grausig. Siehe "Heilbronner Schlimme".

Nebenbei - ein Spaß: Ich erwarte ohnehin demnächst, bei der normalen, traditionellen  protestantischen Sekten-Bildung: die schwule evangelische Kirche (SEK), die lesbische protestantische Gemeinschaft (LPG), etc. ... da kann dann jeder selig werden – nach seiner Façon.

Ich bin römisch-katholisch, und das ist gut, sehr gut sogar.

Ich liebe meine Kirche, in ihren Höhen und Tiefen, in ihren dunklen und hellen Zeiten, in bin froh über unsere Päpste ... aus meinem tiefsten Grunde. Aber ich habe bei der Taufe oder Firmung nicht versprochen, mehr kritisch zu sein - mein Kopf gehört mir, nicht der Kirche.

Und über der Katholischen Kirche steht mein menschliches Gewissen. 

Als ich mit meiner Hirnblutung 2006 in der Intensivstation im Ludwigsburger Krankenhaus lag, nicht mehr sprechen konnte, mein Bluthochdruck die Ärzte nicht mehr im Griff hatten und verzweifelt waren, und mein Freund AK bei seinem Besuch große Angst hatte – und nahe mit seinem Ohr zu meinem Mund kam – und komischerweise verstand, was ich wollte – nämlich “einen Priester” ...

Und nachdem der Priester mit mir gebetet hatte und mir die Ölung gegeben hatte – war seltsamerweise danach zum Erstaunen der Ärzte mein Blutdruck  wieder normal war ... da wusste ich vor dieser großen Kopf-Operation, wie wichtig es für mich war, mit dem Priester gesprochen und gebetet zu haben.

Wie gesagt: 
Schwul ist wahrlich kein abendfüllendes Thema - Schwulsein ist ein Teil unserer menschlichen Natur. Wie wir darüber sprechen und diskutieren, das ist ein Zeichen für unsere Kultur. Wenn das Schwul-sein-ist-gut, Frau-sein-ist-gut ... wenn solche Leitsätze politisch werden und zur Ideologie verkommen, auch in der Kirche, dann muss gegen diese neue Barbarei etwas getan werden.

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